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Tralalka in the Press

Article in TAZ from May 25th 2012

Immer wieder gern beschworen wird die Funktion von Berlin als musikalische Ost-West- Drehscheibe. Auch Tralalka können davon ein Liedchen singen – und noch ein oder zwei zusätzliche, die in weitere Himmelsrichtungen führen. Schliesslich liegt Bulgarien doch vor allem eigentlich im Süden. Und genau dort lernte sich der Kern der mittlerweile siebenköpfigen Berliner Band in einem bekanntlich ziemlich sonnigen Sommer 2010 kennen. Bereits dort, so erzählt es zumindest die Legende, die sie nun verbreiten, begann man lokale Volkslieder einzusammeln, die nun interpretiert werden. Auf dem gemeinsamen Weg nach Istanbul stand dann schon fest: daraus sollte eine Band werden. Nun, zwei Jahre später, erscheint die erste EP von Tralalka.

Auf der finden sich fünf garantiert unbekannte Volkslieder, die vom Leben auf dem Dorf handeln und aus Ländern wie Georgien, Kroatien, Polen und natürlich Bulgarien stammen, wo die Band ihren Anfang nahm. Nun jammert die Fidel, klagt das Akkordeon und wimmert die Saz, während sich die Stimmen waidwund umeinander winden. Dazu kann man wahlweise tanzen oder weinen, aber im Gegensatz zur gewöhnlichen Balkankapelle klingen Tralalka niemals nach einem Abziehbild. Das mag daran liegen, dass sie geschickt Klischees vermeiden, indem sie einerseits althergebrachtes Liedgut verarbeiten, dieses aber andererseits mit einem gewissen Chanson-Esprit versetzen. Auch das sonst so beliebte Hoppeln in diesem Genre ist bei Tralalka nur zart ausgeprägt, dafür aber klingen die Gitarren schon mal nach simplem Folk.

Kurz: der Authentizitätshuberei treten Tralalka erfolgreich mit geschickten Modernisierungen entgegen, damit sich die Ost-West- Drehscheibe auch wirklich dreht.

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